Tag Archives: Briefe an Nele

Briefe an Nele: weibliche Stimme

Von: “Anton Fischer” <>

Datum: 18. September 2014 16:52:20 MESZ

An: “Nele Wulff” <>

Betreff: Re: weibliche Stimme

Liebe Nele,

Herr Hezar-Khani sagte mir eben, daß sein Computer kaputt ist und er Ihre Email nur zum Teil lesen konnte. Hinsichtlich der Lesung bittet er um drei, vier Tage Bedenkzeit. Meine Emails an Sie können sowohl in der Homepage, als auch in der Zeitung veröffentlicht werden. Auch diese Serie zu Literatur, Kultur und Stimmen würde ich interessant finden und bin damit einverstanden. Mit Nancy habe ich mich leider noch nicht beschäftigt.

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Briefe an Nele: Zwei Irre im Stadtpark

Von: “Anton Fischer” <>

Datum: 16. September 2014 18:13:38 MESZ

An: “Nele Wulff” <>

Betreff: Re: robert walser

Liebe Nele,

ich hätte noch einige Gedanken oder Assoziationen. Hinsichtlich des Untertitels “Das Irre im Garten der Arten” kam mir der Gedanke, daß wir Psychoseerfahrene für die Ökologie (den “Garten der Arten”) eigentlich schonender sind als viele Normale. Denn die meisten von uns haben nicht die finanziellen Mittel, sich ein Auto oder höhere Heizungskosten zu erlauben. Die Bescheidenheit der meisten Psychoseerfahrenen ist daher vorbildlich. Was auch mit dem “Irren im Garten der Arten” zusammenhängt, ist der Totemsglaube, den die Eingeborenen entwickelt haben und der zum Gleichgewicht der Arten führt. – Der Schamanenkult führt zu einer nicht wissenschaftlichen Behandlung der Kranken, die eine kollektive Psychose bei den Eingeborenen voraussetzt, wie Claude Lévi-Strauss, mit dem ich mich befaßt habe, beschreibt. – Im “Parzival” von Wolfram von Eschenbach gibt es einen Onkel Parzivals, der sich – sehr ökologisch – nur von Brennesselsuppe ernährt. Continue reading

Briefe an Nele: Gedanken

Von: “Anton Fischer” <xxxx@xxxxx>

Datum: 17. September 2014 14:01:39 MESZ

An: “Nele Wulff” <xxxx@xxxx>

Betreff: Gedanken

 

Liebe Nele,

ich habe heute wieder in ein Buch über Jean Cocteau hineingesehen. Cocteau hat zwei Stücke geschrieben: “La voix humaine” und “La machine à écrire”. Ich habe nur Photographien von den Aufführungen gesehen. Aber als ich in Bonn studierte, sprachen bei einem Fest Kommilitonen miteinander, während im Hintergrund eine Schreibmaschine zu hören war. An einem der nächsten Tage hing die ganze Unterhaltung der Gesprächspartner an der Wand. Sie war während des Gesprächs, ohne daß sie es gewußt hätten, mit Schreibmaschine mitgeschrieben worden. Continue reading